Vernissage ‚auf & davon‘

26. November 2020 | Rainer Knoche

Vernissage der Ausstellung ‚auf & davon‘

50 Augenblicke einer jahrelangen, emotionalen Reise

Der Hochstrahlbrunnen

 

Wenn ich mich an Momente in meinem Leben mit guten Gefühlen erinnere, so sehe ich Farben und scheinbar schnell hingewischte Formen, helle und dunkle Stellen, gleißendes Licht. Diese Erinnerungen sind wie Reiseeindrücke, vergleichbar mit Landschaften, Architektur, Menschen- und Tiergestalten.

Am eindeutigsten gelingen meine Reisen mit einer Maltechnik, die ich mir von Gerhard Richter, dem Star der zeitgenössischen deutschen Malerei, abgeschaut habe. Die von ihm wiederentdeckte, sogenannte Rakel-Technik ist Malen mit großen Spachteln und Acryllacken auf kaschiertem Karton oder Leinwand.

Ich reise gern in meinen Gefühlswelten und fühle mich verbunden mit den Orten, die ich besuche. Sei es eine verträumte Gasse in Wien, eine nasse Wiese entlang der Donau, der Sand der Wüste Negev, Paris, Louisiana oder der Atlantik.

 

Rainer Knoche

Für meinen in Kunst erziehenden Professor an der Mittelschule war es ausgemachte Sache, dass ich nach der Matura auf die Akademie gehen würde. Doch dann kam Ende der 60er Jahre Oskar Bronner und gründete den „trend & profil“-Verlag. So wechselte ich das Metier und wurde Wirtschaftsjournalist. Der „trend“ war erfüllend und mehr als nur ein fulltime job. Das Malen betrieb ich ab und zu in der Freizeit, erkannte aber bald, dass es mir Energie absaugte, die ich beruflich brauchte.
Mein Leben änderte sich gründlich erst, als ich 2009 in Pension ging. Nun war ich frei für meine künstlerischen Ambitionen: Ich fand bald Lehrer für Zeichnen, Ölmalerei, Aquarell- und Acryltechnik… Anfangs war ich so energiegeladen, dass ich mich gleich mit drei Professorinnen zusammen tat. Von diesen Schillerplatz-Absolventinnen aus den Klassen Wolfgang Hutter und Adolf Frohner habe ich sehr profitiert.
Aktuell interessiert mich die Kunstauffassung des deutschen Weltmeisters Gerhard Richter besonders. Kunst muss nicht mehr – wie in den Zeitaltern vor der Erfindung der Fotografie – informativ berichtend sein. Sie ist eine freie Form des Ausdrucks geworden. Also darf ich abstrakt malen, und so drücke ich mich aus … je nach Tagesverfassung wähle ich das Thema, behandle es einmal impressiv, einmal expressiv … mir liegt die Spachtel-Technik sehr … also fuhrwerke ich mit breiten Spachtel-Zügen über den Maluntergrund und weiß anfangs nur, mit welchen Farben die Reise beginnt … ich arbeite dann assoziativ … manchmal eine Stunde, manchmal tagelang …

 

Vernissage ‚auf & davon‘ | TraumARS | 19:00