Sommer-Seminartage

9. – 12. August 2020 | Seminartage und Plattformgründung

Seminartage und Plattformgründung zum Schwerpunktthema Traumafolgen(-behandlung)
unter besonderer Berücksichtigung organisierter gewaltvoller Bindungen

für TraumatherapeutInnen und -behandlerInnen


9. und 10. August 2020 (1. Tag 10:00 –18:00, 2. Tag 9:00 – 17:00)

Harald Schickedanz

Transgenerationale Weitergabe traumatischer Kindheitserfahrungen unter besonderer Berücksichtigung organisierter gewaltvoller Bindungen

Wie werden traumatische Erfahrungen weitergegeben?
Welche Rolle spielen dabei Lernerfahrungen, genetische Ausstattung, identifikatorische Prozesse und epigenetische Einflüsse?

Nach Diskussion und Vertiefung der Grundlagen der transgenerationalen Weitergabe beschäftigt sich das zweitägige Seminar schwerpunktmäßig mit dem Ausstieg aus gewaltvollen organisierten Bindungen und deren Begleitung im therapeutischen Prozess. Das Seminar wird durch Fallvignetten bereichert, mit behutsamer Selbsterfahrung ergänzt und mit achtsamer körperlicher Aktivität untermalt, um der Sitzermüdung entgegenzuwirken. Der Belastungsintensität des Gegenstandes wird mitaktiver Ressourcen-Organisation begegnet.


11. August 2020 (9:00 – 17:00)

Winja Buss (ehem. Lutz)

Wie echt sind falsche Erinnerungen?

Die Geschichte der False Memory Syndrome Foundation wird bis zum heutigen Stand dargestellt, um die aktuelle (klinische) Relevanz der Forschung zu falschen Erinnerungen herauszustreichen. Im Folgenden werden die drei wichtigsten Forschungsparadigmen zu falschen Erinnerungen vorgestellt und genauer betrachtet: Vorstellungsinflation, Falsches Feedback und Implantation von Erinnerungen.

Mithilfe der drei wichtigen Evaluationskriterien: „Autobiografische Überzeugung“, „Vollständiges Wiedererleben“ und „Erinnerungsvertrauen“ lassen sich die Studien zu Falschen Erinnerungen klar wissenschaftlich bewerten und Fehlrepräsentationen korrigieren. Der vorgestellte Evaluationsprozess wird anhand der „Lost in the mall“ Studie von Loftus (1993) sowie der Rich-False-Memories Studie von Shaw und Porter (2015) exemplarisch zur Anwendung gebracht. Die Evaluation zeigt, dass die publizierten Ergebnisse vollständiger falscher Erinnerungen in Frage gestellt werden muss.Die sorgfältige Analyse der Forschung zeigt, dass es nicht leicht ist, falsche Erinnerungen an Kindheitsmisshandlungen zu implantieren. Autobiografisch überzeugte falsche Erinnerungen mit vollständigem Wiedererleben und hohem Erinnerungsvertrauen sind selten bis nicht existent. Des Weiteren geht es um die Gerichtstauglichkeit der vorgestellten Studien, die mithilfe der US-amerikanischen Daubert Standards exemplarisch bewertet werden. Aktuelle juristische Strategien der False-Memory Forscher werden aufgezeigt und analysiert. Im Rahmen der Glaubhaftigkeitsdiskussion bezüglich traumatisierter und dissoziativer PatientInnen werden häufige Argumente vor Gericht und mögliche Umgehensweisen besprochen.

Filmausschnitte mit Interviews runden den Workshop ab.


11. August 2020 (19:00)

FILMVORTRAG aus unserer Reihe: Wissen schaffen – Wissen leben
„Meine Narbe“ von Judith Raunig
(Dokumentarfilm, A, 2014, 52 Min.)


12. August 2020 (9:00 – 13:00)

Winja Buss (ehem. Lutz)

Ein Jahr in zwei Wochen – traumaorientierte Intensivberatung

In diesem Workshop wird das Modell intensivtherapeutischer Ansätze vorgestellt und die Vor- und Nachteile diskutiert. Intensivtherapeutische Ansätze werden nicht von den Krankenkassen übernommen und widersprechen in Deutschland den Therapie-Richtlinien. Bekannte Therapeutinnen wie z.B. Frau Dr. Marlene Steinberg (USA) und Dr. Renee Marks (GB) führen diese aber sowohl mit Erwachsenen als auch mit Kindern und Jugendlichen mit großem Erfolg durch. Die traumaorientierte Intensivberatung wird an 10 Tagen über zwei Wochen mit 2×2 Zeitstunden pro Tag durchgeführt. Sie umfasst Diagnostik, Psychoedukation, Stabilisierung, Anteilearbeit und ggf. Traumaverarbeitung, sowie Selbstfürsorge stärkende Nachnährungssettings.

In diesem Workshop werden exemplarisch zwei durchgeführte Intensivberatungen mit schwer dissoziativen Klientinnen vorgestellt. In beiden Verläufen zeigen sich sowohl wichtige Erfolge als auch kritische Situationen, deren Reflexion und Lösung für die Klientinnen von großer Bedeutung waren.

In diesem Workshop werden erste mögliche Erfolgskriterien zusammengefasst, und die qualitative Prozessforschung der Intervention vorgestellt.

Interviews mit Renée Marks und Marlene Steinberg runden diesen Workshop ab.


12. August 2020 (15:00 – 19:00)

ARBEITSTREFFEN ORG

Supervision mit Michaela Huber
ORG Plattformgründung
Nur für Gründungsmitglieder und für InteressentInnen nach Vorgespräch

Kontakte dazu:
Mag.a Christine Gruber, c.gruber@unum.institute
Dr.in Sonja Laure, sonja.laure@nadua.at
Mag.a Eva Münker-Kramer, muenker-kramer@emdr-institut.at
Andrea Pata-Kölblinger, a.koelblinger@gmx.net


TEILNAHMEGEBÜHREN:
Harald Schickedanz: 390,– Euro
Winja Buss: beide Tage 270,– Euro
separat buchbar 1. Tag 190,– Euro und 2. Tag 90,– Euro
Judith Raunig, Filmvortrag: für SeminarteilnehmerInnen kostenfrei
Michaela Huber: Unkostenbeitrag 60,– Euro

Teilnahmegebühren sind umsatzsteuerbefreit
Getränke und Mittagsimbiss inklusive 5 Prozent Frühbucherbonus bei Buchung bis 31. Mai 2020
Preisreduktion um 5 Prozent bei Buchung aller Seminartage (Schickedanz und Buss)
Preisreduktion um 10 Prozent für Frühbucher aller Seminartage

Kontoverbindung: Ganz. Trauma-Kompetenzzentrum, Bank Austria
IBAN: AT971200010019870962, BIC: BKAUATWW
Verwendungszweck: Seminartage Aug. 2020

Ihre Anmeldung ist nach Eingang der Teilnahmegebühr auf unserem Konto gültig.
Der Zeitpunkt des Eingangs bestimmt die Reihung der Platzvergabe.
Stornierungen: Bis drei Wochen vor Seminarbeginn wird eine
Bearbeitungsgebühr von 50,– Euro, danach die halbe Teilnahmegebühr verrechnet.

VERANSTALTUNGSORT:
UNUM institute – Ganzheitliches Trauma- und Schmerz-Kompetenzzentrum
Geusaugasse 9/12, 1030 Wien

Folder Seminartage downloaden (pdf)

Anmeldung Sommerprogramm 2020 (pdf)