Winja Buss | 12. und 13. Mai

Wie echt sind falsche Erinnerungen?

&

Ein Jahr in zwei Wochen – traumaorientierte Intensivberatung

 


Tag1: „Wie echt sind falsche Erinnerungen?“

Die Geschichte der False Memory Syndrome Foundation wird bis zum heutigen Stand dargestellt, um die aktuelle (klinische) Relevanz der Forschung zu falschen Erinnerungen herauszustreichen. Im Folgenden werden die
drei wichtigsten Forschungsparadigmen zu falschen Erinnerungen vorgestellt und genauer betrachtet: Vorstellungsinflation, Falsches Feedback und Implantation von Erinnerungen. Mithilfe der drei wichtigen Evaluationskriterien: „Autobiografische Überzeugung“, „Vollständiges Wiedererleben“ und „Erinnerungsvertrauen“ lassen sich die Studien zu Falschen Erinnerungen klar wissenschaftlich bewerten und Fehlrepräsentationen korrigieren.
Der vorgestellte Evaluationsprozess wird anhand der „Lost in the mall“ Studie von Loftus (1993) sowie der Rich-False-Memories Studie von Shaw und Porter (2015) exemplarisch zur Anwendung gebracht. Die Evaluation zeigt, dass die publizierten Ergebnisse vollständiger falscher Erinnerungen in Frage gestellt werden muss. Die sorgfältige Analyse der Forschung zeigt, dass es nicht leicht ist,
falsche Erinnerungen an Kindheitsmisshandlungen zu implantieren. Autobiografisch überzeugte falsche Erinnerungen mit vollständigem Wiedererleben und hohem Erinnerungsvertrauen sind selten bis nicht existent.
Des Weiteren geht es um die Gerichtstauglichkeit der vorgestellten Studien,
die mithilfe der US-amerikanischen Daubert Standards exemplarisch bewertet werden. Aktuelle juristische Strategien der False-Memory Forscher werden aufge- zeigt und analysiert. Im Rahmen der Glaubhaftigkeitsdiskussion bezüglich trauma- tisierter und dissoziativer PatientInnen werden häufige Argumente vor Gericht und mögliche Umgehensweisen besprochen. Filmausschnitte mit Interviews runden den Workshop ab.

 

Diese Veranstaltung ist vom Berufsverband Österreichischer PsychologInnen (BÖP) als Fort- und Weiterbildungsveranstaltung gemäß § 33 Psychologengesetz 2013 mit 8 Einheiten anerkannt.

 

12. Mai 2021 | Seminarzeiten: 10:00 bis 18:00 | Preis: 190,– Euro


 

Tag 2: „Ein Jahr in zwei Wochen – traumaorientierte Intensivberatung“

In diesem Workshop wird das Modell intensivtherapeutischer Ansätze vorgestellt und die Vor- und Nachteile diskutiert. Intensivtherapeutische Ansätze werden nicht von den Krankenkassen übernommen und widersprechen in Deutschland den Therapie-Richtlinien. Bekannte Therapeutinnen wie z.B. Frau Dr. Marlene Steinberg (USA) und Dr. Renee Marks (GB) führen diese aber sowohl mit Erwachsenen als auch mit Kindern und Jugendlichen mit großem Erfolg durch. Die traumaorientierte Intensivberatung wird an 10 Tagen über zwei Wochen mit 2 x 2 Zeitstunden pro Tag durchgeführt. Sie umfasst Diagnostik, Psychoedukation, Stabilisierung, Anteilearbeit und ggf. Traumaverarbeitung, sowie Selbstfürsorge stärkende Nachnährungssettings.
In diesem Workshop werden exemplarisch zwei durchgeführte Intensivberatungen mit schwer dissoziativen Klientinnen vorgestellt. In beiden Verläufen zeigen sich sowohl wich- tige Erfolge als auch kritische Situationen, deren Reflexion und Lösung für die Klientinnen von großer Bedeutung waren. In diesem Workshop werden erste mögliche Erfolgskriteri- en zusammengefasst, und die qualitative Prozessforschung der Intervention vorgestellt. Interviews mit Renée Marks und Marlene Steinberg runden diesen Workshop ab.

 

Diese Veranstaltung ist vom Berufsverband Österreichischer PsychologInnen (BÖP) als Fort- und Weiterbildungsveranstaltung gemäß § 33 Psychologengesetz 2013 mit 4 Einheiten anerkannt.

 

13. Mai 2021 | Seminarzeiten: 09:00 bis 13:00 | Preis: 90,– Euro


Winja Buss ist Psychologin, Traumatherapeutin und Künstlerin. Als Erzieherin hat sie viele Jahre in der stationären Jugendhilfe, als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Trauma-Institut-Leipzig, als Stationspsychologin auf der Komplextraumastation der Wicker Klinik, Bad Wildungen und als Dolmetscherin und Übersetzerin im traumatherapeutischen Fachbereich gearbeitet.

 

Seminargebühr für beide Seminare: 270,– Euro

(Frühbucherbonus: 250,– Euro, bis 31 .3. 2021)

 


 Schwerpunktseminare | Seminarbeitrag 270 Euro | office@unum.institute